Mensch und Umwelt

Zur Verfügung gestellt von Dr. Roland Döcker, Sanitätskoordinator im Gesundheitsbezirk Meran.

Die Hygiene, als Teilbereich der Medizin, studiert schon seit der Antike die Einflüsse der Umwelt auf die Gesundheit des Menschen; früher lag der Schwerpunkt der Tätigkeit des Hygienikers in der Vorbeugung der Infektionskrankheiten, heute eher in der Prävention der Belastung durch Schadstoffe oder Gifte im weiteren Sinne aus der Umwelt.

Neue, sog. "multifaktorielle umweltbezogene Krankheitsbilder" beschäftigen die medizinische Forschung. Für einige gibt es noch keine sichere Erklärung in Bezug auf ihre Entstehung,  so z.B. die "multiple Chemikalien-Überempfindlichkeit" (MCS), die eine überschießende Reaktion gegenüber Chemikalien darstellt, die ansonsten von der Mehrheit der Bevölkerung problemlos toleriert werden, das "Chronische Müdigkeitssyndrom" ("chronic fatigue syndrom", CFS), bei dem die Betroffenen trotz regulären Schlafs keine Erholung finden und in ihrer Leistungsausübung schwer eingeschränkt sind. Ebenso das "Sick building syndrome", das bei den Betroffenen nur bei Aufenthalt in einem Gebäude oder geschlossenen Räumen eine erhöhte Infektanfälligkeit, Asthma bronchiale, Kopfschmerz, Schleimhaut- und Bindehautreizungen oder Müdigkeit verursacht. Die Symptome vergehen, wenn die betroffenen Menschen das Gebäude verlassen. Ein klarer Zusammenhang zwischen Ursachen und Auswirkungen ist jedoch nicht immer eindeutig nachweisbar. Es ist jedoch gesichert, dass Allergien sowohl bei Kindern und Erwachsenen, als auch bei Haustieren stetig zunehmen.

Wenn man in diesem Zusammenhang von Umwelt spricht, dann versteht man darunter nicht nur die äußere "Umwelt", sondern auch die Innenräume von Gebäuden. Zu dieser Thematik zählen auch die Auswirkung des Lärms und der Luftverschmutzung (z.B. durch Feinstaub), die Nutzung des Trink- und Badewassers (z.B. bei der Übermittlung von Infekten), das Vorhandensein von elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Feldern (z.B. bei der Nutzung von elektrischen Haushaltsgeräten, Computer), von Radioaktivität und von Spritzmitteln. Südtirol hat z.B. die erste systematische Radonerhebung durchgeführt und auch entsprechende bautenhygienische Maßnahmen ergriffen.

Der aktuelle Gesundheitstipp

Bezug nehmend auf die Innenbelastung im Haushalt kann man folgende Tipps erteilen:

- Raumtemperatur nicht zu hoch einstellen, Raumlufttemperatur je nach Nutzung des Raumes differenzieren. Auch zu trockene Luft sollte gemieden werden.

- Mehrmals am Tag kurz, aber ordentlich durchlüften, speziell auch in Räumen, in den hohe Luftfeuchtigkeit, z.B. Bad, Waschraum, sein kann (Schimmelbildung).

- An die Raumluftbelastung durch das Rauchen (Passivrauchen) denken.

- Ziehen Sie die natürliche Lüftung einer künstlichen Be- und Entlüftung (Klimageräte) der Räume vor. Setzen Sie Klimageräte ein, so müssen diese gewartet werden (z.B. Austausch der Staubfilter).

- Für die Reinigung und Pflege keine lösungsmittelhaltigen Produkte einsetzen.

- Bei der Wahl der Einrichtungsgegenstände und Baumaterialien prüfen, ob bei der Herstellung besonders schadstoffhaltige Lacke, Farben oder Kleber eingesetzt wurden.

- Bei der Anwendung von Luftverbesserern auf die Inhaltsstoffe und ev. Treibgase (Sprays) achten.

- Setzen Sie Insektizide nur beschränkt und wo unbedingt nötig ein.

- In Schlafräumen sollten keine Elektrogeräte (elektromagnetische Strahlung) aufgestellt oder benutzt werden.

- Bevorzugen Sie Naturtextilien (bei Teppichen, Vorhängen usw.), allergiekranke Menschen müssen fallweise sogar auf bestimmte Naturtextilien verzichten.

- Bevorzugen Sie pflegeleichte Fußböden, die Sie leicht sauber und staubfrei (an die Hausstaubmilbe denken!) halten können.