Prostatakrebs

Zur Verfügung gestellt von Dr. Josef Aufderklamm, Primar der Urologie im Gesundheitsbezirk Meran.

Prostatakrebs ist der zweithäufigste und in manchen Ländern bereits der häufigste Tumor und die zweithäufigste Todesursache durch Tumoren bei Männern. Dies vor allem in den westlichen Industrieländern mit deren ungesunden, fettreichen Ernährung. Ein kleiner Teil, und zwar etwa 10-20%, ist genetisch bedingt (vererbbar), d.h., wenn ein Verwandter ersten Grades (Vater, Bruder) in jüngeren Jahren - etwa vor dem 60. Lebensjahr - an Prostatakrebs erkrankt sind, dann ist das Risiko für eine Erkrankung deutlich höher. Die Ursachen sind noch lange nicht alle erforscht, Übergewicht, bedingt durch unsere Ernährung, ist eine davon.

Der Prostatakrebs tritt vor allem ab dem 50. Lebensjahr mit zunehmender Häufigkeit auf, man kann aber auch schon früher daran erkranken - dies vor allem bei familiärer Belastung. Das Vorhandensein eines Prostatakrebses bedeutet aber noch nicht, dass man auch daran erkrankt oder sogar daran stirbt. Er kann, vor allem im höheren Alter, oft jahrelang "schlummern", keine Beschwerden machen und auch nicht weiter wachsen.

Welche Beschwerden macht ein Prostatakrebs?

Im Frühstadium, wo eine Heilung noch möglich ist, macht er keine Beschwerden. Im fortgeschrittenen Stadium treten Beschwerden beim Wasserlassen auf und Knochenschmerzen, wenn dort bereits Metastasen aufgetreten sind. Heilung ist dann nicht mehr möglich - Heilung ist nur im Frühstadium möglich!

Wie kann ein Prostatakrebs im Frühstadium erkannt werden, wenn er keine Beschwerden macht?

In erster Linie mit einem einfachen Bluttest, dem "PSA" (Prostata Spezifischem Antigen). Zusätzlich kann und soll die Prostata mit dem Finger vom Darm aus abgetastet werden.

Wann soll mit diesen Untersuchungen angefangen werden?

Die erste Untersuchung sollte mit 45 Jahren, bei familiärer Belastung bereits mit 40 Jahren, gemacht werden. Wann dann die weiteren Kontrollen erfolgen, hängt davon ab wie hoch dieser erste Wert ist. Die Abstände dieser Kontrollen schwanken zwischen ein und drei Jahren. Wenn ein erhöhter PSA-Wert vorhanden ist, muss eine Probeentnahme aus der Prostata erfolgen. Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet aber nicht, dass unbedingt ein Prostatakrebs vorhanden sein muss, es gibt auch gutartige Veränderungen der Prostata, welche eine Erhöhung dieses Wertes verursachen können. Deshalb bei einem erhöhten Wert nicht gleich in Panik fallen, es besteht meist keine Eile.

Wer macht diese Untersuchungen?

Der erste Ansprechpartner ist der Vertrauensarzt! In Meran läuft seit 2003 ein Projekt zur Früherkennung des Prostatakrebses, in welchem zahlreiche Basisärzte mit der urologischen Abteilung zusammenarbeiten. Durch regelmäßige Treffen und Fortbildung sind die Basisärzte "auf dem Laufenden". Sie veranlassen den Bluttest, untersuchen den Patienten und, fall nötig, weisen sie ihn an die urologische Abteilung weiter.

Welche Behandlung führt man bei Prostatakrebs durch?

Im Anfangsstadium kann entweder durch eine Operation (radikale Entfernung der Prostata) oder durch eine Bestrahlung in etwa 70-90% der Fälle eine Heilung erzielt werden. Je früher eine solche Behandlung durchgeführt wird, umso besser ist die Aussicht auf Heilung, und umso seltener sind ev. Nebenwirkungen der Behandlung wie Harnverlust oder Potenzstörungen. In manchen Fällen kann man den Tumor aber auch nur beobachten und erst bei einem Fortschreiten die Behandlung durchführen.

Kann man vorbeugend etwas gegen das Entstehen des Prostatakrebses tun?

Eine gesunde Ernährung mit wenig Fett, viel Gemüse und Obst kann das Risiko senken. Man muss aber schon frühe damit beginnen.

Der aktuelle Gesundheitstipp

Empfehlungen an die Männer: Gehen Sie mit 45 Jahren zu Ihrem Hausarzt oder Urologen und lassen Sie sich bezüglich Früherkennung des Prostatakrebses informieren. Ernähren Sie sich gesund!

Empfehlungen an die Frauen: Erinnern Sie Ihren Mann an die Möglichkeit einer Früherkennung des Prostatakrebses (und auch anderer Tumorarten) und schicken Sie ihn zum Hausarzt oder Urologen. Männer sind oft leider weniger gesundheitsbewusst als Frauen, haben "wichtigere Dinge im Kopf" und glauben, dass es sowieso nur die anderen trifft, aber doch nicht sie. Leider sind dieses Untersuchungen noch nicht Ticket befreit, man muss dafür etwas bezahlen. Rauchen Sie etwas weniger, gehen Sie mehr zu Fuß - die Kosten sind bald wieder eingespart...

Vormerkungen für Visiten und Behandlungen:

Nachdem Sie eine Bewilligung beim Hausarzt eingeholt haben, können Sie sich im Zentralen Vormerkbüro im Krankenhaus Meran vormerken, Tel. 0473 264000.