Pilze sammeln - aber richtig

Zur Verfügung gestellt von Dr. Simone Schmorak, Verantwortlicher des Dienstes für Hygiene und Martin Kristanell, Techniker für Vorbeugung und Diplom-Mykologe.

Es ist wieder soweit. Mit dem Sommer kommt bei uns auch die Pilzsaison. Viele Bergwanderer nehmen auf ihrem Heimweg durch den Wald noch ein paar Pilze mit als krönenden Abschluss eines schönen Ausflugs, andere sind frühmorgens schon auf der Suche, selbstverständlich mit der dafür notwendigen Genehmigung in der Tasche. Aber aufgepasst! Bei den Pilzen ist Vorsicht geboten. Neben einigen guten Speisepilzen gibt es eine ganze Reihe von unverträglichen, giftigen oder sogar tödlich giftigen Pilzen. Um diese voneinander zu unterscheiden gibt es jedoch keine allgemeingültigen Regeln, wie z.B. "Pilze, die beim Kochen schwarz werden sind giftig" oder ähnliches. Jede Pilzart hat besondere Merkmale, die der Experte in Theorie und Praxis beherrschen muss, um eine sichere Bestimmung garantieren zu können. An dieser Stelle sei vor selbsternannten Pilzexperten gewarnt, die sehr oft von einem übertriebenen Selbstdarstellungsdrang geleitet, plötzlich auf jede Frage eine Antwort wissen.

Den vielen passionierten Schwammelklaubern, die seit vielen Jahren Pfifferling, Steinpilz und Parasol sammeln, welche sie mit Sicherheit erkennen, sei weiterhin ein guter Fund gewünscht und anschließend ein schmackhaftes und sicheres Pilzgericht. Es ist jedoch nicht ratsam, sehr oft Pilze zu essen oder überhaupt große Mengen von Pilzen zu verzehren, selbst wenn es sich um gute Speisepilze handelt. Pilze sind im Allgemeinen schwer verdaulich, einer der Gründe, weshalb immer wieder die sog. "unechten Pilzvergiftungen" auftreten, in Folge eines übermäßigen Kosums von an sich essbaren Speisepilzen. Andere Pilze wie z.B. der graue Faltentintling (Coprinus atramentarius) dürfen nicht zusammen mit alkoholischen Getränken konsumiert werden, da dessen Inhaltsstoffe den Alkoholabbau im Körper negativ verändern. Andere Pilzarten nehmen große Mengen von Schwermetallen auf, wie z.B. der Zigeunerpilz (Rozites caperatus oder Cortinarius caperatus) und das Herrennagele (Craterellus lutescens).

Der akutelle Gesundheitstipp

Abschließend möchten wir alle Pilzesammler auffordern, sich aktuelle Informationen aus guter Fachliteratur zu holen, die den Rahmen der üblichen kleinen Pilzfibel durchaus übertreffen können und Ihnen nochmals einige Tipps mit auf den Weg geben: Sammeln und verzehren Sie nur Pilze, die Sie selbst mit eindeutiger Sicherheit kennen! Vertrauen Sie keinen Pauschalregeln! Im Zweifelsfall Pilze zurücklassen oder an der mykologischen Kontrollstelle des Dienstes für Hygiene und öffentliche Gesundheit, Goethestr. 7, Meran, überprüfen lassen:

Öffnungszeiten

Jeden Montag bzw. jeden ersten Werktag nach einem Feiertag von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr, jeden geraden Werktag von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr, außer freitags von 10:00 bis 12:00 Uhr.