Beschwerden an den Händen
Zur Verfügung gestellt von Dr. Heinrich Tischler, Primar des Dienstes für Rehabilitation im Gesundheitsbezirk Meran.
Wie wichtig die Handfunktion für jeden von uns ist, merkt man oft erst, wenn sich Veränderungen oder Schmerzen an den Fingern bemerkbar machen. Was kann das sein?
Fingerarthrose oder Polyarthrose der Hände: sie kommt bei Frauen 20-mal häufiger vor als bei Männern, meistens besteht eine so genannte Veranlagung (die Mutter oder Oma hatte auch schon damit zu leiden), sie beginnt meist in den Wechseljahren, es kommt zu Knotenbildung an den Fingerendgelenken und/oder an den Fingermittelgelenken und/oder an den Daumenwurzelgelenken. Diese Knoten sind Ausdruck der Knorpelabnutzung der Fingergelenke. Die Knoten tun oft teuflisch weh, führen zu Morgensteifigkeit, zu Kraftverlust und zu kosmetischer Beeinträchtigung. Mechanische Belastung, Kälte und Nässe verschlimmern meist die Beschwerden. Die Fingerarthrose muss unterschieden werden von der Polyarthritis oder rheumatoiden Arthritis: diese Krankheit befällt die Fingergrundgelenke und Handgelenke, aber auch große Gelenke wie Hüfte und Knie werden später befallen, die Gelenke werden durch die Entzündung zerstört und die Schmerzen und der Funktionsverlust sind bei ungenügender Behandlung viel größer. Zu einem entzündlichen Befall der Fingergelenke mit ähnlichen Beschwerden kann es bei der Arthritis im Rahmen der Schuppenflechte kommen. Hier ist oft nur ein Finger befallen, der dann "würstelförmig" verdickt.
Die Gicht, eine durch Harnsäurekristalle hervorgerufene Gelenksentzündung, befällt meist die Zehen, kann aber ebenso ein Fingergelenk befallen, sie ist zur ausgleichenden Gerechtigkeit bei Männern 20-mal häufiger. Es wird anfänglich nur ein Gelenk befallen, der Gichtanfall kommt plötzlich meist über Nacht, das Gelenk ist heiß, rot, stark geschwollen und höchst schmerzhaft. Der Anfall vergeht in 14 Tagen von allein, wenn er nicht mit Medikamenten behandelt wird.
Der aktuelle Gesundheitstipp
Bei der Fingerarthrose muss man die oben angeführten Schmerz auslösenden Faktoren, so gut es geht, vermeiden, die Fingergelenke sollen unter Entlastung bewegt werden, Faust öffnen, Faust schließen, die Finger bewegen wie beim Klavierspielen usw. Warme Packungen, zum Beispiel Heublumensäckchen oder Paraffin werden als angenehm empfunden. Gelegentlich können auch Schmerzmittel über kurze Zeit nötig sein. Über die mögliche Einnahme von Knorpelschutzpräparaten berät Sie der Arzt.
Bei der Polyarthritis müssen zur Behandlung immer Medikamente eingesetzt werden, oft auch Kortison. Aber auch die allgemeinen Maßnahmen wie bei der Arthrose sind hilfreich.
Bei der Gicht muss im akuten Anfall der Arzt medikamentös behandeln, aber als Vorbeugung sind gewisse Lebensmittel zu vermeiden, z.B. Alkohol, fettes Fleisch, Innereien, Pilze. Eine Gewichtsabnahme ist günstig. Ein Besuch beim Arzt ist anzuraten, der meist relativ einfach mit der Patientenbefragung, der körperlichen Untersuchung, mit Durchführung einfacher Laborbefunde und gelegentlich auch von Röntgen die Differentialdiagnose stellen kann und eine gezielte Beratung und Therapie durchführen kann.
Vormerkungen für Visiten und Behandlungen: Nachdem Sie eine Bewilligung beim Hausarzt eingeholt haben, können Sie sich im Zentralen Vormerkbüro im Krankenhaus Meran vormerken, Tel. 0473 264000.
Tel. 0473 263333 Fax 0473 263820- E-Mail: dir@asbmeran-o.it
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