Übergewicht
Zur Verfügung gestellt von Dr.Maria Elena Azzaro, Verantwortliche des Dienstes für Diät u. Ernährung u. den Diätassistentinnen Elke Kapfinger u. Verena Schrott.
Es ist nicht einfach, sich im Nahrungsmittelüberfluss unseres modernen Schlaraffenlandes zurecht zu finden. Nahrung ist rund um die Uhr verfügbar, sie ist verhältnismäßig billig, und wir müssen uns nicht anstrengen, um satt zu werden.
Tatsache ist, dass in unserer Gesellschaft viele Erwachsene, aber auch Kinder teilweise stark übergewichtig sind; als Hauptursachen dafür gelten: unregelmäßiges Essverhalten, üppige Mahlzeiten als Folge davon, falsche Nahrungsmittelauswahl, zu niedere Flüssigkeitszufuhr und Bewegungsmangel. Die Informationen aus den Medien über Gesundheit und Ernährung, über Lebensstil und Diäten sind oft oberflächlich und ohne wissenschaftliche Basis. Unzählige "Patentrezepte" und "Crashdiäten" versprechen, Figurprobleme in kurzer Zeit und mit wenig Mühe zu lösen. Diesem Reiz können wir oft nicht widerstehen, denn "Schlanksein ist Gebot und bedeutet Ansehen und Erfolg", so diktiert es die heutige Gesellschaft. So fallen wir diesen leeren Versprechen oft zum Opfer und lassen uns vom momentanen Erfolg blenden. Eine dauerhafte Lösung finden wir aber nicht. Einseitige Diäten haben nämlich schwerwiegende Veränderungen des Stoffwechsels und der Körperzusammensetzung zur Folge; Betroffene kämpfen mit Süßhunger und Heißhunger, ihre Hunger-Sättigungsmechanismus gerät durcheinander und sie steuern zielsicher auf den gefürchteten "Yo-Yo-Effekt" zu: zunehmen - abnehmen - zunehmen.
Der aktuelle Gesundheitstipp:
Ein gesunder Lebensstil baut auf drei Säulen:
1. Ausgeglichene Ernährung - Spontanes, unbefangenes Essen zählt zu den Freuden des Lebens. Es ist wichtig, mehrere Mahlzeiten (drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten) zu geregelten Uhrzeiten, bewusst und vielseitig zu gestalten. Kein Nahrungsmittel enthält alle Nährstoffe, die der Mensch braucht. Daher ist es wichtig, unser reiches Nahrungsmittelangebot zu nutzen und den Speiseplan abwechslungsreich zu gestalten. Auf diese Weise versorgen wir unseren Körper gleichmäßig mit Energie, beugen Heißhunger vor und vermeiden unkontrolliertes Essen.
2. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr - 60% unseres Körpers bestehen aus Wasser! Ohne dieses Grundelement kann er nicht funktionieren. Wasser sollte ein fixer Bestandteil in unserer Ernährung sein. Es ist wichtig, nicht erst auf das Durstgefühl zu warten, sondern die Flüssigkeitszufuhr (1,5 - 2 Liter) regelmäßig auf den Tag zu verteilen.
3. Angemessene, regelmäßige Bewegung - steigert auch unser Wohlbefinden. Wenn wir uns etwas Zeit nehmen (eine halbe Stunde täglich) und unsere Vorlieben, aber auch unsere Leistungsgrenzen berücksichtigen, macht Bewegung Freude, wir bleiben fit und leistungsfähig.
Informationen: Dienst für Diät und Ernährung am Krankenhaus Meran, Tel. 0473 251250
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