Diabetes mellitus
Zur Verfügung gestellt von Dr. Andreas Lochmann, Primar der Inneren Medizin und Dr. Ulrike Kuppelwieser, Fachärztin für Innere Medizin und Diabetologie.
Diabetes mellitus ist eine komplexe Stoffwechselerkrankung, die weltweit im Ansteigen begriffen ist und mittlerweile ca. 5% der Bevölkerung betrifft.
Wir unterscheiden zwei Formen der Zuckerkrankheit:
Der Typ I ist die Folge einer Autoimmunerkrankung, bei der es zur Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse kommt. 80-90% der Diabetiker sind jedoch vom Typ II betroffen: es handelt sich hier um eine erbliche Stoffwechselerkrankung, bei der sowohl die Insulinausschüttung als auch die Wirkung des Insulins gestört sind. Hauptursachen für die enorme Zunahme der Zuckerkrankheit in der Bevölkerung sind Übergewicht, verminderte körperliche Aktivität und das zunehmend höhere Lebensalter.
Symptome
Müdigkeit, Durst, vermehrter Harndrang, Sehstörungen, Juckreiz, Hautinfektionen.
Nachweis und Behandlung der Krankheit
Dabei sind die Mitarbeit des Patienten und regelmäßige Kontrollen von wesentlicher Bedeutung. Die Diagnose Zuckerkrankheit wird bei einem Nüchternblutzuckerwert von über 126 mg%, oder bei einem Blutzuckerwert von über 200 mg% nach einem oralen Glukosetoleranztest gestellt. Der HBA1c-Wert ist das sog. "Zuckerlangzeitgedächtnis" und gibt Auskunft über die Kontrolle der Blutzuckerwerte in den letzten drei Monaten.
Die Behandlung des Diabetes mellitus
Als Behandlungsziel gilt die Vorbeugung von Akut- und chronischen Spätkomplikationen durch das Anstreben von möglichst normalen Blutzuckerwerten. Während der Typ-I-Diabetes ausschließlich mit Insulin behandelt wird, ist beim Typ-II eine kontinuierliche Therapieanpassung im Verlauf der Erkrankung notwendig. Die Behandlung lässt sich in drei Bereiche unterteilen: Diät, körperliche Bewegung und Medikamente. Beim meist übergewichtigen Typ-II-Diabetiker hat die Gewichtsnormalisierung höchste Priorität. Die Kost sollte ballaststoffreich, fettarm, frei von Einfachzuckern sein und auf mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt werden. Wenn Diät und körperliche Aktivität nicht zu einer zufrieden stellenden Einstellung der Stoffwechsellage führend, wird die medikamentöse Behandlung begonnen. Wenn auch diese Behandlung versagt, kann im Laufe der Erkrankung eine Insulintherapie notwendig werden.
Diabeteslangzeitschäden
Eine gute Kontrolle der Blutzuckerwerte bzw. ein zu niedriger HBA1c-Wert ist wichtig, um Spätfolgen der Zuckerkrankheit zu vermeiden. Spätkomplikationen entstehen durch Schädigungen an großen und kleinen Gefäßen. Schädigung der großen Gefäße kann zu Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen der Beine führen. Veränderungen der kleinen Gefäße können die Netzhaut, die Niere und das Nervensystem betreffen und im schlimmsten Fall zu Erblindung oder Dialyse führen. Als besonders gefürchtete Spätkomplikation gilt das "diabetische Fußsyndrom", welches oft mit einer Zehen- bzw. Fußamputation endet.
Der aktuelle Gesundheitstipp:
Beim Diabetespatienten ist die Mitarbeit in der Behandlung von ganz wesentlicher Bedeutung. Durch regelmäßige körperliche Aktivität, Gewichtsnormalisierung, die Behandlung erhöhter Blutdruck- und Cholesterinwerte und regelmäßige Kontrollvisiten an einer Fachambulanz können das Auftreten von diabetischen Spätkomplikationen wesentlich verringert werden. Auch Personen mit einem erhöhten Risiko an Diabetes zu erkranken (Übergewicht, Familiarität) sollten sich regelmäßigen Kontrollen unterziehen, um rechtzeitig erkannt und optimal behandelt zu werden.
Informationen: Diabetikerzentrum am Krankenhaus Meran, Tel. 0473 251267 (Montag bis Freitag von 08:00 Uhr bis 11:30 Uhr)
Tel. 0473 263333 Fax 0473 263820- E-Mail: dir@asbmeran-o.it
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