Gewalt macht krank
Das Komitee für Chancengleichheit des Gesundheitsbezirkes Meran widmet sich im Rahmen seiner Tätigkeit dem Thema "physische und psychische Gewalt an Frauen".
"Internationale Forschungsergebnisse und Stellungnahmen des Weltgesundheitsdienstes zeigen, dass Gewalt einen zentralen Risikofaktor für die Frauengesundheit darstellt. Diese Erkenntnis findet bislang nur begrenzt Eingang in die gesundheitliche Versorgung. Das Ausblenden von Gewalt als mögliche Ursache oder Kontext von Verletzungen, Erkrankungen und Beschwerden birgt das Risiko der Fehl-, Mangel- und Unterversorgung mit individuell wie gesellschaftlich zum Teil hohen negativen Konsequenzen" (Dipl. Psych. Karin Wieners, MPH - anlässlich der Tagung "Gewalt macht krank" vom 13.04.2006).
Bereits im Jahr 2003 (Jänner bis Oktober) hat die Arbeitsgruppe "Gewalt an Frauen" des Komitees für Chancengleichheit eine Erhebung in der Ersten Hilfe des Krankenhauses "Franz Tappeiner" durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass 31 Frauen in jenem Zeitraum ärztliche Hilfe wegen psychischer und/oder physischer Gewalt beansprucht haben.
Diese Daten überzeugten das Komitee von Meran und Bozen, in Zusammenarbeit mit den örtlichen Frauenhäusern, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ehemaligen Sanitätsbetriebe Meran und Bozen Fortbildungen anzubieten. Ziel war es, bestehende Hemmungen und Ängste abzubauen, Wissen über die Problematik und Situation gewaltbetroffener Frauen zu vermitteln. Die Fortbildungen sollten zudem Sicherheit in der Gesprächsführung aufbauen und Kontakte mit weiterführenden Beratungs- und Zufluchtseinrichtungen intensivieren.
Nach den positiven Rückmeldungen der bisherigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sollen auf Anregung des Betriebskomitees für Chancengleichheit diese interdisziplinären Schulungen auf Betriebsebene in sämtlichen Krankenhäusern in Südtirol angeboten werden. Gespräche in diese Richtung laufen bereits; die Termine für die nächsten Fortbildungen werden demnächst bekannt gegeben.
Weitere Informationen: Ulrike Lösch, Komitee für Chancengleichheit im Gesundheitsbezirk Meran, Tel. 0473 263844, E-Mail: mailto:mulrike.loesch@asbmeran-o.it
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